Wir über uns

Eine "Junge Kirche" in Kirchheim

Der große Strom der Heimatvertriebenen hat 1946 die Städte und Dörfer durch die wirtschaftliche und religiöse Situation wesentlich verändert. Kirchheim unter Teck hatte als Mutterpfarrei von zweiundzwanzig Aussenorten plötzlich 12.000 Katholiken zu betreuen. Weilheim wurde 1955 mit 2000 Katholiken selbstständig. Die Oberlenninger Katholiken - ebenfalls 2000 Gemeindemitglieder - wurden durch den Bau ihrer Notkirche zur eigenen Kuratie.


Im Rahmen der Städteplanung ergab sich die Möglichkeit für eine zweite Katholische Kirche im Raunergebiet.



Regierungsbaumeister Architekt Eugen Zinsmeister Stuttgart sollte diese Kirche planen und erstellen. Nach Erlangen der Baugenehmigung durch den Bischof Carl-Joseph Leiprecht und der Stadt Kirchheim unter Teck wurden die Arbeiten vergeben. Am 15. Juli 1963 begann der Aushub, am 22. September 1963 wurde die Grundsteinurkunde in einer Kupferkapsel im Grundstein eingemauert. Am 22. November war das schwierige Betonschalendach glücklich ausgegossen. Im Jahre 1964 wurden Turm, Sakristei und Pfarrhaus fertiggestellt.



Der Rohbau des Ensembles war am 17. Mai 1964 fertig. Am 14. August wurden in der Glockengießerei Gebhard in Kempten fünf neue Glocken gegossen. Die Glocken von Maria Königin durften ihre Stimmen zum ersten mal am Katholikentag 1964 in Stuttgart erklingen lasen, nach der Glockenweihe am 4. Oktober 1964 durch Prälat Alfons Baumgärtner wurden sie im Turm aufgehängt. Nun begann der Innenausbau der Kirche. Die vielen Fensterelemente wurden aus Betonglas von Sepp Baumhauer, Unterbettringen - Schwäbisch Gmünd zu einem einmaligen Kunstwerk zusammengefügt. Das farbenfrohe große Westfenster ist ein Lob Gottes.



"Die Architektur der Kirche entspricht den Forderungen eines neuzeitlichen Kirchenbaus. Der Grundriß ist ein Quadrat, dessen dominierende Diagonale von Nordwest nach Südost verläuft. Über ihm schwebt die gekrümmte Schale des Daches, dessen Form man hyperbolisches Paraboloid nennt. Die Parabel zeigt sich im Querschnitt als weit und flach über dem Kirchenraum lagerndes Gewölbe, die Hyperbel im Längsschnitt mit ihrer über der Empore aus dem Unendlichen kommenden und über dem Altar wieder dem Unendlichen zustrebende Linie. Die statischen Kräfte der Dachschale werden in den Bodenschnittpunkten der Parabel zur Erde geführt." (Eugen Zinsmeister, Architekt)



Am 21. März 1965 weihte Diözesanbischof von Rottenburg Carl-Joseph Leiprecht die Kirche und gab ihr den Namen "Unserer lieben Frau Maria Königin". Im eindrucksvollen Chorraum steht der Altar aus schwedischem Granit gefertigt, wo der Bischof die Reliquien der Heiligen Märtyrer Clemens und Felizitas einmauerte. Die kunstvoll aus uraltem Eichenholz gearbeitete Skulptur "Maria Königin" schuf der Künstler Walter Frey aus Pfullingen. Es ist ein Werk das zum Beten und Betrachten anregt. Die sich dareichenden Hände Jesu künden von der Tatbereitschaft der rettenden Erlöserliebe unseres Herrn. Die königliche Gestalt Mariens läßt uns ahnen, was die Gnadenfülle des Herrn aus einem Menschenkind macht: Maria, das Urbild des durch Gottes Erbarmen erlösten Menschen.




Die neue Kirchengemeinde Maria Königin wurde zur Kuratie erhoben. Ihr erster Seelsorger war Kurat Hubert Barth, später wurde er zum Pfarrer von Maria Königin ernannt. Durch sein segensreiches Wirken entwickelte sich bald eine junge und aufgeschlossene Gemeinde.



Unter der Amtszeit von Pfarrer Hubert Barth wurde die Kirche "Nikolaus von Flüe" in Dettingen/Guckenrain erbaut. Die Kirchengemeinde Maria Königin hatte keine Räume für Gemeindeveranstaltungen, so entstand in Eigenarbeit unter dem Altenheim St. Hedwig ein Gemeindesaal. Ein neues Gemeindehaus wurde geplant. In der Bohnausiedlung wurde ein Grundstück erworben.

Im Jahr 1979 kam Pfarrer Hansjörg Nothelfer aus Freudenstadt in unsere Gemeinde. Jetzt galt es das geplante Bohnauhaus in die Wirklichkeit umzusetzen. Im November 1986 konnten wir in das neue Haus einziehen.



1994 wurde im Ortsteil Jesingen das Gemeindezentrum "St. Lukas" eingeweiht. Es beherbergt die "Oase der Stille", die als geistliches Zentrum von Ordensschwestern der Vinzentinerinnen aus Untermarchtal betreut wird.


Am 4. September 1994 durften wir wieder Investitur feiern. Winfried Hierlemann ist als neuer Pfarrer an Bord gesprungen und steuert nun das Gemeindeschiff durch die hohen Wellen und Wogen. Das elektronische Orgel-Provisorium soll durch eine Pfeifenorgel abgelöst werden, damit auch Maria Königin in die Orgellandschaft Kirchheims eingegliedert werden kann. Noch ist es ein weiter Weg, aber wir werden es gemeinsam mit Gottes Hilfe schaffen.

 

Rückblick auf 40 Jahre Kirchengemeinde Maria Königin

Die Struktur der Kirchengemeinde Maria Koenigin 



Die Pfarrer, Vikare, Diakone und Pastoralen Mitarbeiter
der letzten vierzig Jahre

    Hubert Barth (1965-1975)


Hansjörg Nothelfer (1976-1991)

Winfried Hierlemann (seit 1994)
   
Vikare Monsignore Hans-Peter Rieder +

Pfarrer Roman Belz +

Dekan Herbert Gube

Pfarrer Joachim Burzik +

Pfarrer Michael Holl

Pfarrer Franz Nagler

Pfarrer Bernhard Huber +

Pfarrer Hermann Ehrensperger

Pfarrer Ansgar Leibrecht

Prälat Michael H.F. Brock

Winfried Hierlemann (seit 1994)
   
Diakone Pfarrer Jose Perez Vergara
   
Pastorale Mitarbeiter Pfarrer i.R. Walter Thaler (seit 1998)

Gemeindereferentin Ingrid Stehle (1978-2003)

Pastoralreferent Wolfgang Müller (1995-2010)

Pastoralassistent Marcel Holzbauer (2004-2007)

Pastoralreferentin Bettina Prenzel (2011-2013)


Frühgeschichte Urkundlich ist bezeugt, dass anlässlich der Christianisierung unserer Gegend in der Zeit der Alemannen ein Holzkirchlein "Zu unserer lieben Frau", vermutlich in der Gegend des heutigen Gaiserplatzes stand.
Auch im Mittelalter befand sich dort "vorm oberen Tor" eine Kapelle "Zu unserer lieben Frau". Dies war der Grund, für die Namensgebung dieser Kirche "Maria Königin".

1945/46 Das Kriegsende 1945 und der Zuzug tausender deuscher Heimatvertriebener und Flüchtlinge aus dem Osten und Südosten Europas veränderten die konfessionelle Bevölkerungsstruktur auch in Kirchheim unter Teck und Umgebung. Bei Kriegsausbruch 1939 waren 1.261 Katholiken in Kirchheim ansässig. Ihre Zahl wuchs dann bis in das Jahr 1965 auf 7.300 Katholiken in Kirchheim und noch über 3.000 Katholiken in 7 Ausenorten an.

1963 Nachdem bereits 1955 mit dem Bau der Weilheimer Franziskuskirche 2.000 Katholiken von der Mutterpfarrei St.Ulrich in Kirchheim selbstständig wurden, entschloss man sich 1963 den Grundstein für die Kirche maria Königin im bislang größten Nachkriegsbaugebiet Rauner, Dettinger Weg I und II zu legen. Im Jahr 1968 machte sich dann noch St. Maria in Oberlenningen als letzte Pfarrei aus dem ehemaligen Seelsorgebezirk Kirchheim unter Teck sebstständig.


Mit den Bauarbeiten für die Kirche Maria Königin wurde am 1. Juli 1963 begonnen. Die Planungen wurden von dem Stuttgarter Regierungsbaumeister Architekt Eugen Zinsmeister erbracht. Der Grundriss der Kirche ist ein exaktes Quadrat, dessen dominierende Diagonale von Nordwest nach Südost verläuft. Über ihm schwebt die gekrümmte Schale des Daches.


Diese beeindruckende Dachlandschaft, als heiliges Zelt Gottes unter den Menschen, wird erst richtig ablesbar, nach dem Entfernen der Orgelempore im Jahre 2004. Nach der Grundsteinlegung durch Herrn Dekan Konstantin Kübler am 22. September 1963 konnte bereits am 22. November 1963 das Betonschalendach fertig gestellt werden. Im Jahre darauf kamen dann der Turm, die Sakristei und das nebenstehende Pfarrhaus dazu. Der Rohbau dazu wurde am 17. Mai 1964 fertig gestellt. Die Fenster der Kirche konnten in Form von farbigen Gläsern in Betonverglasung ausgeführt werden. Das farbenfrohe Westfenster symbolisiert den biblischen "brennenden Dornbusch". Der Entwurf und die Ausf&uumlhrung stammt von dem Künstler Sepp Baumhauer aus Schwäbisch Gmünd. Auch der aus Aluminiumguss gefertigte Tabernakel ist sein Werk. Die lebensgroße Marienstatue aus uraltem Eichenholz erarbeitet, ist ein Werk des aus Pfullingen stammenden Künstlers Walter Frey.




Der Rohbau von Maria Königin im Jahre 1964 Marienstatue mit Kind, Federzeichnung von Vikar Joachim Burzik


1964 Die Glocken für den Kirchturm Maria Königin wurden am 14. August 1964 bei der Firma Gebhard in Kempten im Allgäu gegossen und am 4. Oktober 1964 durch den Stuttgarter Caritasdirektor Prälat Alfons Baumgärtner geweiht. Es handelt sich um 5 Glocken: Die größte ist die "Christusglocke" (1.721 Kg), welche mit dem Katholikentagssymbol "Wandelt Euch durch ein neues Denken" zum Gedenken an den 80. Deutschen Katholikentag 1964 in Stuttgart versehen ist; desweiteren die "Marienglocke" (1.160 Kg), die "Petrus-Paulus-Glocke" (720 Kg), die "Evangelisten-Glocke" (500 Kg) und die "Totenglocke" (347 Kg).



Die Glocken bei der Weihe auf dem Katholikentag in Stuttgart Einweihung im Jahre 1965


1965 Am 21. März 1965 wurde die Kirche feierlich zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria durch den Bischof von Rottenburg, Carl Josef Leiprecht geweiht und die Reliquien der heiligen Märtyrer Clemens und Felizitas durch ihn in den Altar eingemauert.
Pfarrer Hubert Barth wird der 1. Pfarrer der Gemeinde Maria Königin.

1970 Im Oktober 1970 wurde mit dem Bau der ersten Filialkirche der Kirchengemeinde Maria Königin in Dettingen/Teck auf dem Guckenrain begonnen. Der Grundstein konnte am 12. Dezember 1971 eingefügt werden. Die Pläne für das neue Kirchengebäude fertigten die Architekten Margot und Max Lorenz aus Stuttgart und Obergünzburg. Die Kirche sollte den Namen des heiligen Nikolaus von der Flüe erhalten und schließt somit an die Tradition aus dem 14. Jahrhundert an, wonach bereits zu dieser Zeit eine St. Nikolaus-Kapelle in der heutigen Nikolausstraße gestanden hat.

 
 Kirche Maria Königin in den 70er Jahren
1972 Am 23. Juli 1972 weihte Weihbischof Dr. Anton Herre aus Rottenburg die Kirche St. Nikolaus von der Flüe ein, die damit den Katholiken aus Dettingen, Bissingen und Nabern zur neuen geistlichen Heimat wurde. Die künstlerische Gestaltung des Chorraumes lag in den Händen von Wolfgang Znaimer aus Kirchheim-Ötlingen



St. Nikolaus von der Flüe in Dettingen.


1976 Pfarrer Hansjörg Nothelfer wird der 2. Pfarrer der Kirchengemeinde Maria Königin.

1985 Der einzige Gemeinderaum für die Kirchengemeinde Maria Königin war lange Jahre der Pfarrsaal im Untergeschoss des benachbarten Altenheimes St. Hedwig, sowie die Hütte auf dem am 5. November 1971 durch die Kirchengemeinde erworbenen Bauplatz an der Tannenbergstraße. Nach 5-jähriger Planungsphase konnte am 5. Mai 1985 der 1. Spatenstich bzw. Baggerbiss für den Neubau des Bohnauhauses getätigt werden.



Das Bohnauhaus in der Kirchheimer Südstadt

1986 Am 05. Oktober 1986 wurde das Bohnauhaus durch Dekan Anselm Jopp aus Frickenhausen gesegnet und seiner Bestimmung für die Gemeindemitglieder und die gesamte Kirchheimer Südstadt übergeben. Die Pläne für das preisgekrönte Haus lieferten die Architekten Bühler&Bühler aus München. Die Kirchengemeinde legt besonderen wert darauf, dass es ein offenes Haus für alle Bewohner und Konfessionen in der Kirchheimer Südstadt ist.

1987 Am 4. Advent des Jahres 1987 konnte die 1985 in Auftrag gegebene und von dem Südtiroler Orgelbaumeister Paolo Ciresa geschaffene Pefeifenorgel in der Kirche St. Nikolaus in Dettingen zum ersten Mal festlich im Gottesdienst erklingen.





Die Orgel der Kirche St. Nikolaus von der Flüe in Dettingen

1990 Zum 25-jährigen Kirchweihubiläum im Jahre 1990 wurde das von der Künsterlin Jolante Hemberger aus Loßburg geschaffene und von einem Gemeindemitglied gestiftete Altarkreuz angeracht und der Kirchenraum von Maria Königin innen mit einen neuen Farbanstrich versehen. Im darauf folgenden Jahr musste die Dachabdichtung und die Betonfassade der Pfarrkirche saniert werden.

1993 Die Zahl der Gemeindemitglieder in den Teilgemeinden Dettingen, Bissingen und Nabern wuchs inzwischen auf über 2.000 an. Da keine ausreichend großen Gemeinde-/und Jugendräume vorhanden waren, musste des Gemeindezentrum St. Nikolaus von der Flüe in Dettingen erweitert werden. Die Planung erstellte der Architekt Dieter Franz Hoff. Die Einweihung der neuen Räumlichkeiten fand am 12. September 1993 durch den damaligen Administrator Pfarrer Hans Nagel statt.



Das Gemeindezentrum St. Lukas in Jesingen

1994 Mit dem ersten Spatenstich am 20. August 1994 begannen die Baumaßnahmen für die 2. Filialkirche der Kirchengemeinde Maria Königin. Damit endete eine über 7-jährige Plaunnungsphase. Es soll eine Oase der Stille und der Besinnung, ein Ort des Gebetes und der Gottsuche in der Wüste heutiger Glaubensnot entstehen. Bereits in den 60er Jahren wurde das Grundstück an der Ecke Schönberg-/Reußensteinstraße im Teilort Jesingen erworben und dadurch schon früh der Grundstock für ein Haus der Gemeinde vor Ort gelegt.

Pfarrer Winfried Hierlemann wird der 3. Pfarrer der Kirchengemeinde Maria Königin.

1995 Am 19. Februar fand die Grundsteinlegung in Jesingen statt. Die Pläne zum Neubau lieferte der Göppinger Architekt Oskar Barth. Die Gestaltung und Ausführung des Altarraumes von St. Lukas in Jesingen lag in den Händen des Künstlers Josef Bücheler aus Rottweil. Der Name des Gemeindezentrums wurde erstmals in demoktratischer Wahl von den Gemeindemitgliedern selbst bestimmt.
Am 27. Mai desselben Jahres fand die feierliche Altarweihe und die Weihe des Gemeindezentrums St. Lukas durch den damaligen Diözesanbischof Dr. Walter Kasper statt.

1996/1997 Im Jahre 1996 und 1997 erfolgte die Neugestaltung der Außenanlagen rund um die Kirche Maria Königin und das Pfarrhaus, sowie die Neugliederung der Kirchplatzes. Die Pläne dazu erstellte der Kirchheimer Garten-/und Landschaftsarchitekt Jochen Köber.

2004/2005 Am 19. April 2004 begannen die Bauarbeiten für die Innenrennovation der Kirche Maria Königin. Die Entwurfsplanung lieferte der Sohn des Erbauers der Kirche, Herr Porfessor Zinsmeister aus Stuttgart. Die Ausführungsplanung und Objektüberwachung erfolgte durch den Architekten Dieter Franz Hoff.

Bei dieser Innenrenovation wurde die Orgelempore komplett entfernt und der Altarraum, der Fußbodenbelag, die Chor-/und Orgelestrade sowie das Kirchengestühl neu gestaltet. Im Altarraum wurden zwei Stufen entfernt, der vorhandene Altar etwas verkleinert und näher in den Kirchenraum gerückt. Neu gestaltet wurden der Ambo, die Stele für den vorhandenen Tabernakel, sowie die Sedilien.
Der alte Taufstein wurde innerhalb des Altarraumes plaziert. Unter der Fachplanung von Ingenieur Andreas Kiefer wurde auch die Elektroinstallation, die Beleuchtung und die elektroakkustische Anlage komplett erneuert.